«Freilich müssen wir zugeben, dass sich unser bisheriges ‚männliches‘ Verfahren in Polizeisachen (…) bewährt hat» – Polizeiassistentinnen in der Schweiz am Beispiel der Kantonspolizei Basel-Stadt
Dauer: 2024 – 2026
Finanzierung: Dr. H. A. Vögelin-Binz-Stiftung und St. Jakobs- und Winkelried-Fonds
Das vorliegende Projekt untersucht erstmals systematisch die Geschichte der Frauen in der Polizei in der Schweiz.
Die ersten Frauen in der Polizei hatten einen sozialarbeiterischen Hintergrund und wurden in westlichen Staaten ab 1900 eingesetzt. Sie übernahmen polizeifürsorgerische Tätigkeiten wie die Betreuung von verhafteten Kindern, Jugendliche und Frauen oder intervenierten präventiv. Ihre Funktion unterschied sich von der klassischen Polizeiarbeit und lehnte sich an den damaligen Geschlechterkonzeptionen an, was sich unter anderem auch in den unterschiedlichen Berufsbezeichnungen artikulierte, wie z. B. Polizeifürsorgerin, policewoman oder Polizeiassistentin. Als Sozialarbeiterinnen grenzten sie sich gegenüber der polizeilichen Berufsidentität ab.
Viele der weiblichen Polizeidienste wurden ab den 1960er Jahren nach und nach aufgelöst, auch weil das Tätigkeitsprofil von Frauen in der Polizei sich denjenigen des männlichen Polizisten annäherte.
In der Schweiz fehlt bisher eine wissenschaftliche Aufarbeitung der ersten Polizeiassistentinnen. Ihre Arbeit und Funktion sind bisher weitgehend unsichtbar geblieben, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch für Sozialarbeiter*innen sowie für Polizist*innen. Das Forschungsprojekt möchte daher die Anfänge der Polizeiassistenz in der Schweiz am Beispiel der der Kantonspolizei Basel-Stadt (KAPO BS) durchleuchten.
